Die Drakensberge

Majestätisch erhebt sich das Basaltgestein der Drakensberge zu einem imposanten Gebirge, das die Grenze zwischen KwaZulu-Natal und Lesotho bildet. Der Gebirgszug reicht bis in den Freistaat, setzt sich dort etwas weniger spektakulär fort und steigt schließlich wieder zu den Drakensbergen in Mpumalanga an, genannt Klein-Drakensberge.

Die Zulu nannten das steile und zackige Gebirge Quathlamba ("Wand aufgestellter Speere"). Der burische Name, wörtlich übersetzt "Drachenberge" vermittelt dagegen etwas von der märchenhaften Atmosphäre dieser Berge. Obwohl hier schon seit mehreren tausend Jahren Menschen leben, wovon die vielen Felsmalereien der San zeugen, sind einige Gipfel und Felsen vor noch nicht einmal 50 Jahren erstmals von Europäern bestiegen worden.

Die San, die zuvor bereits dem Druck jener Stämme ausgesetzt waren, die sich am Fuß der Drakensberge niedergelassen hatten, wurden mit der Ankunft der weißen Siedler schließlich vollends verdrängt. Einige zogen nach Lesotho, wo sie sich mit den Basuto vermischten, viele andere wurden getötet oder verhungerten, weil sie ihre Jagdreviere verloren hatten.

Als sich Khoisan am Vieh der weißen Siedler vergriffen, zwangen die aufgebrachten Weißen mehrere schwarze Stämme, als eine Art Puffer zwischen ihnen und den Khoisan am Fuß der Drakensberge zu siedeln. Diese Pufferzone blieb immer spärlich besiedelt, was später die Bildung einer ganzen Kette von Parks und Reservaten ermöglichte.

Normalerweise gliedert man das Gebiet der Drakensberge grob in drei Bereiche: Die nördlichen Drakensberge erstrecken sich vom Golden Gate Highlands National Park im Freistaat bis zum Royal Natal National Park. Größere Orte in dieser Gegend sind Harrismith und Bergville.

Im zentralen Bereich des Gebirgszugs ist Giant's Castle, das größte Reservat der Region, die Hauptattraktion. Nördlich davon erhebt sich der Cathedral Peak, wo man mehrere Wildnisgebiete findet. Bergville, Estcourt und Winterton sind die nächstgelegenen Ortschaften.

Der südliche Teil schließlich reicht bis in das Gebiet der Transkei in Ost-Kap. Diese Gegend, in der die Drakensberge in einem Bogen in südwestlicher Richtung verlaufen, ist zwar weniger erschlossen als die anderen, aber mit einer riesigen Wildnis und dem in den Süden Lesothos führenden Sani Pass nicht weniger spektakulär.

Pietermaritzburg im Osten und Kokstad im Süden sind die wichtigsten Ausgangspunkte für die Erkundung der südlichen Drakensberge, weiter oben in den Hügeln liegen einige hübsche Orte, z.B. Underberg und Himeville. Die bekannteste Strecke von den Drakensbergen nach Lesotho führt über den Sani Pass. Es gibt zwar noch andere Pässe über das Gebirge, aber meist enden diese - wenn überhaupt - in Lesotho auf einem Pfad, der nur von Wanderern benutzt werden kann und weit ab liegt.

Viele Straßen in den Drakensbergen sind nicht asphaltiert, und manche können nach Regenfällen unpassierbar werden. Meist lässt sich aber eine alternative Strecke finden. Die Touristenrouten in den nördlichen und zentralen Drakensbergen sind durch braune Schilder markiert, die einen Lämmergeier zeigen.

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