Südlicher Glattwal

Lateinischer Name
Eubalaena australis

Andere Namen
Richtiger Wal, Black right whale, Southern Right Whale (Englisch)

Unterordnung
Mysticeti (Bartenwale)

Familie
Balaenidae

Beschreibung
Südliche Glattwale haben große Auswüchse am Kopf, woran man sie leicht erkennen kann. Die auf diesen Schwielen lebenden "Walläuse" lassen sie weiß, rosa, gelb oder orange erscheinen. Südkaper besitzen mehr solcher Auswüchse auf ihrer "Unterlippe", und weniger auf dem Kopf, als Nordkaper. Und obwohl es noch einige andere Unterschiede gibt, sind die beiden Spezies doch nahezu identisch. Die größte der Kopfschwielen sitzt auf der Spitze des Oberkiefers und wird als "Mütze" bezeichnet.
Südkaper zeichnen sich durch sehr breite Rücken, denen die Finne fehlt, aus. Der Kopf ist sehr groß, die Kieferlinie gebogen, und die Brustflossen sind ebenfalls groß und breit.
Die Schwanzflosse besitzt in der Mitte eine tiefe Kerbe und ihre Kanten sind breit, glatt und konkav geformt. Die Haut der Tiere ist schwarzbraun mit weißen Flecken auf der Bauchseite. 2,8 Meter lang werden die Barten, die normalerweise dunkelbraun, grau oder schwarz gefärbt sind. Unterwasser können sie gelb erscheinen und bei jüngeren Tieren sind sie generell heller gefärbt. Auf jeder Seite des Oberkiefers finden sich 220 bis 260 Bartenplatten mit fransigen Rändern. Südliche Glattwale haben zwei Blaslöcher und ihr Blas ("Atemwolke") ist breit und V-förmig. Er kann bis zu 5 Metern hoch werden.

Erkennung
Runder Körper; Schwielen auf dem großen Kopf; Kopf ein Viertel der Körperlänge erreichend; Barten anstelle von Zähnen; stark gebogene Mundlinie; großer dunkler Kiefer; zwei Blaslöcher; sehr hoher Blas; lange und breite Flipper; keine Rückenfinne; breite Schwanzflosse; langsamer, bedächtiger Schwimmer; sehr wendig und akrobatisch; kann sich Booten nähern; häufiges mit der Schwanzflosse auf das Wasser Schlagen ("tailslaps") und "Umschauen" ("spyhops"); normalerweise in kleinen Gruppen

Länge
Neugeborene Kälber sind zwischen 4,5 und 6 Metern lang. Ausgewachsene Tiere messen zwischen 11 und 18 Metern.

Gewicht
Südkaper wiegen bei der Geburt etwa eine Tonne, um später dann ein Gewicht zwischen 30 und 80 Tonnen auf die Waage zu bringen.

Nahrung
Krill und/oder andere Kleinkrebse (Crustaceen)

Verbreitung
Südliche Glattwale paaren sich und kalben in den Küstengewässern Chiles, Argentiniens, Brasiliens, Südafrikas, Südaustraliens und einiger Inseln in der südlichen Hemisphäre. In den Sommermonaten ziehen sie in Gewässer um den antarktischen Kontinent, um dort zu fressen.

Populationsgröße
Die Walfangindustrie dezimierte die Populationen des Südlichen Glattwals derart, dass sie nun als seltene Tierart eingestuft werden (IUCN `96).

Verhalten
Südliche Glattwale sind langsame Schwimmer, die jedoch oft sehr akrobatisch anmutende Körperspiele vollführen. Dabei winken sie außerhalb des Wassers mit ihren Brustflossen, springen (bis zu 10 Mal hintereinander), oder Schlagen mit den Brust –bzw. Schwanzflossen auf die Wasseroberfläche ("flipper-slap" / "lobtail"). Manchmal werfen Südkaper auch ihre Schwanzflossen hoch in die Luft und hängen dabei senkrecht im Wasser. Das "Segeln" ist auch eine beliebte Tätigkeit dieser Tiere – sie benutzen dabei ihre Schwanzflossen im Wind als Segel. Gelegentlich schwimmen sie auch mit offenem Mund nahe der Oberfläche und zeigen ihre Barten. Südliche Glattwale leben in kleinen Gruppen von bis zu 12 Individuen. Normalerweise beträgt ihre Gruppengröße 2 bis 3 Tiere, in den Nahrungsgründen jedoch sammeln sie sich auch in größerer Anzahl. Wenn sie in kleinen Gruppen zusammen sind, wechseln sie sich oft mit dem Atmen an der Oberfläche ab. Ihr "Stöhnen" und andere "Klagelaute" sind meistens nachts zu hören, wenn sie in die Paarungsgebiete kommen.

Bedrohungen
Lebensraumverlust, menschliche Störung, Verfangen in Fischernetzen

Faszinierende Fakten
  • Südliche Glattwale waren eine der ersten Walarten, die kommerziell bejagt wurden. Zwischen 1805 und 1844 wurden ungefähr 40.000 bis 45.000 von ihnen getötet.
  • Die Tiere tragen im Englischen den Namen "Right whale" – der " Richtige Wal". Dieser Name rührt aus den Anfängen der Walfanggeschichte – die Walfänger betrachteten diese Tiere als geeignet für die Jagd. Sie sind zum einen sehr langsam (und deshalb ist es leicht, sich ihnen zu nähern), sie leben außerdem nahe der Küste und treiben an der Oberfläche nach ihrem Tod. Sie stellten weiterhin große Mengen an Öl, Fleisch und Barten zur Verfügung.
  • Südliche Glattwale waren der Ausrottung sehr nah und sind seit 1937 unter Schutz gestellt.
  • Männliche Glattwale besitzen die größten Hoden im ganzen Tierreichs. Jedes Paar wiegt etwa eine Tonne - das Gewicht eines neugeborenen Glattwals!

Südafrika