Kapstadt

Kapstadt (englisch Cape Town, afrikaans Kaapstad) zählt zu den schönsten Städten der Welt und ist, egal wie lange man bleibt, ein unvergessliches Erlebnis.

Ca. 40 km vom Kap der Guten Hoffnung entfernt, ist Kapstadt eine der geographisch abgelegensten Großstädte der Erde. Die von dem 1000 m hohen Tafelberg mit steil abfallenden Felswänden dominierte Stadt bietet in ihrer Umgebung herrliche Bergwanderpfade, Weinberge und Strände.

In endlosen Diskussionen wird versucht, Kapstadt mit anderen großartigen Küstenstädten wie Rio de Janeiro, Sydney, San Francisco oder Vancouver zu vergleichen, aber keine von diesen kann sich mit der einzigartigen Lage Kapstadts oder deren über 350 Jahre aufgezeichneten Stadtgeschichte messen. Lange bevor sich Reiseschriftsteller in schwärmerischen Ergüssen über diesen Zipfel der Welt ausliessen, beschrieb Francis Drakes Chronist das Kap der Guten Hoffnung 1577 als "das imposanteste und schönste Kap, das wir während der gesamten Weltumsegelung gesehen haben".

Wie alle Städte Südafrikas, so hat auch Kapstadt einen zwiespältigen Charakter - europäisch, aber doch nicht europäisch, afrikanisch, aber auch wieder nicht -, eine lebendige Mischung aus so genannter Erster und Dritter Welt. Die Cafes an der Long St und die Bars an der Waterfront, dem alten Hafen, könnte man genauso gut in jeder anderen Weltstadt finden, aber die Townships, die sich über die ungeschützte, windige Ebene östlich der Stadt erstrecken, gibt es definitiv nur in Afrika. An nur wenigen Orten tritt der Unterschied wischen Arm und Reich so offen zu Tage wie hier. Die Apartheid sicherte den Weißen einige der schönsten Grundstücke der Welt, folglich könnte der Kontrast zwischen Crossroads und Clifton - Schwarz und Weiß - deutlicher nicht sein.

Kapstadt hat den Ruf, die offenste und entspannteste Stadt Südafrikas zu sein, aber die Apartheid hat auch hier tiefe Narben hinterlassen. Im Gegensatz zu Jo'burg ist jedoch außerhalb der schwarzen Townships nichts von den Spannungen zu spüren. Wahrscheinlich hängt das z.T. damit zusammen, dass die Farbigen hier in vielerlei Hinsicht kulturell integriert sind.

Wenn man sich in dem nach westlichem Vorbild gestalteten Zentrum umsieht, könnte man gut und gerne glauben, die Probleme Südafikas wären lediglich ein Produkt journalistischer Einbildungskraft.

Kapstadt war die Hauptstadt der ehemaligen Kapprovinz, die mehr als die Hälfte der Landesfläche einnahm, und ist heute Hauptstadt des West-Kaps und noch immer Parlamentssitz der Republik. Zwar kann Pretoria einiges an Argumenten auffahren, warum es im neuen Südafrika diese Funktion übernehmen sollte, der Erfolg dieser Anstrengung darf aber bezweifelt werden.

Nur wenige Metropolen auf dem afrikanischen Kontinent haben eine vergleichbare städtische Infrastruktur wie Kapstadt. Ein ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein hat es fertig gebracht, dass im Zentrum historische Gebäude erhalten blieben. Es gibt jede Menge Restaurants, Cafes und Bars, Parks und Gärten, Märkte und Geschäfte - lauter Einrichtungen, die das Leben in einer Stadt lebenswert machen. Daneben findet man ein paar Dinge, die den meisten anderen Städten fehlen: Berge, herrliche Strände und ausgezeichnete Weingüter.

Kapstadt gehört zu den Höhepunkten eines jeden Südafrikabesuchs. Wer kann, sollte sich mindestens eine Woche Zeit dafür nehmen, es könnte aber gut sein, dass man - wie schon viele andere vorher - feststellt, dass eine Woche bei weitem nicht ausreicht.

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